Auch Glasrecycling braucht PR. Oder: Warum der Dialog mit der Öffentlichkeit so wichtig ist

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Public Relations oder Öffentlichkeitsarbeit ist ein großes Wort,  und vieles verbirgt sich hinter dem Begriff, der manchen sehr gut bekannt ist, einige aber auch zur Frage „und was genau ist das?“ bewegt.

Public Relations (PR) ist meiner Meinung nach ein gelungenes, strukturiertes Zusammenspiel aus Analyse, Kommunikation und Kreativität. Ziel eines PR-Beraters bzw. einer PR-Beraterin muss es sein, Verständnis und Vertrauen bei allen für ein Unternehmen relevanten Zielgruppen aufzubauen und zu pflegen. PR ist sehr umfassend und meist kreativ, PR ist Wissensvermittlung und die Präsentation dessen, was ein Unternehmen tut und wofür es steht. Die Ideen und Methoden variieren, je nachdem, welche Inhalte im Fokus stehen, wie etabliert oder bekannt ein Unternehmen bereits ist. Ob es aus guten oder schlechten Gründen gerade im Rampenlicht steht, oder vielleicht genau im Gegenteil, nämlich  gar nicht bekannt ist. Ob es sich um ein verkaufs- und gewinnorientiertes Unternehmen handelt, oder aber um ein Non-Profit-Unternehmen.

Die Methoden der Lehrbücher finden sehr oft Anwendung, und das aus guten Gründen. Denn PR ohne Konzept und Ziel, ohne Erhebung eines Ist-Zustandes und Definition eines Soll-Zustandes, ohne Stärken- und Schwächen-Analyse, ohne strukturierte Herangehensweise und ohne Zielgruppendefinition,  kann sich sehr schnell als plan- und ziellos erweisen, und im besten Falle einfach „umsonst“ sein.

Ich finde, dass man vor allem dann gute Öffentlichkeitsarbeit machen kann, wenn man das Unternehmen, für das man eben diese öffentliche Kommunikation managt, sehr gut kennt und versteht. Man muss nicht nur sein PR-Handwerk beherrschen und ein ordentliches Maß an Kreativität und Freude mit im Gepäck haben, sondern auch die Hintergründe und Zusammenhänge verstehen, um umfassend und richtig kommunizieren zu können.

Öffentlichkeitsarbeit für Austria Glas Recycling – der Methodenmix macht es aus

Werden wir etwas konkreter und schauen gezielt die Öffentlichkeitsarbeit für Austria Glas Recycling an. Am Anfang eines guten PR-Konzeptes stehen theoretische Überlegungen, steht ein Pool an Ideen, wie und womit man im Laufe eines Jahres die unterschiedlichen Zielgruppen erreicht. Die Theorie aus den Lehrbüchern bekommt also sehr schnell Pfiff und Farbe, wenn man praktisch zu denken beginnt.

Was haben wir in diesem Jahr speziell zu sagen? Wo führen wir erfolgreiche Kampagnen und Aktionen fort, zu welchen Themen informieren wir, wo und wie treten wir mit unseren Zielgruppen in Dialog? Welche neuen Ideen gibt es, und wo bleiben wir Altbewährtem treu. So entsteht alljährlich ein gut geplanter Mix aus traditionellen Pressetätigkeiten und neuen Herangehensweisen. In diesem Mix findet die klassische und wichtige Presseaussendung ebenso Platz wie eine ganz neue Veranstaltungsreihe, die erfolgreiche 15. Wiederholung eines immer besser und moderner werdenden Schulprojektes ebenso wie der coole Auftritt im Rahmen einer Gaming Messe und vieles mehr. Die Mischung macht es also aus, und diese muss wohlüberlegt sein.

Und wer sind die Zielgruppen?

Bei Themen, die dem Gemeinwohl dienen und uns alle betreffen, wie etwa beim Thema Recycling und Umweltschutz, hat gute Öffentlichkeitsarbeit viele Zielgruppen. Es sind nicht nur die Frauen (obwohl sie als Haushaltsführerinnen durchaus eine sehr wichtige Gruppe sind), oder die Männer, nicht nur die Jungen oder die Alten, nicht nur die Armen oder die Reichen – es sind alle, von den Kindern bis zu den Greisen, und für alle gilt im Grunde die gleiche Botschaft: Glasrecycling ist wichtig und richtig – für die Umwelt, und für uns alle.

Wie wir dies jedoch unseren Zielgruppen vermitteln, darin liegen sehr wohl große Unterschiede.

Die Kinder – kreative Zielgruppe und begeisterte Glasrecycling-Lobbyisten

Eine der interessiertesten Zielgruppen ist jene der Kinder – wenn Bobby Bottle, unser personifizierter Flaschengeist, mit seinem bunten Shirt, seiner frechen Kappe und seinem schelmischen Blick in Österreichs Klassenzimmer marschiert, gewinnt er sofort die Aufmerksamkeit für sich. Dass er dort eine Unterrichtsstunde lang mit Spiel, Spaß und Zauberei die Dritt- und Viertklässler zu kleinen Recyclingprofis macht, zeigt, dass er überdies auch noch clever ist. Die Kinder unterhalten sich köstlich, kämen so gerne dahinter, wie der eine oder andere Zaubertrick funktioniert und lernen dabei  vieles über Umweltschutz und Glasrecycling. Dieses Wissen und die Selbstverständlichkeit, dass man recycelt, und zwar richtig, nehmen sie mit nach Hause – und erziehen dort weiter: Mama, Papa, Oma, Opa, Bruder, Schwester, Nachbarin…. All jenen bleibt dann gar nichts anderes mehr übrig, als vorbildlich das umzusetzen, worauf der kleine Recyclingprofi in der Familie jetzt besonderes Augenmerk legt.

Kreativwettbewerbe zeigen, wie beeindruckend sich Kinder mit dem Thema Recycling auseinandersetzen – und wie richtig wir bei genau dieser Zielgruppe der Kinder ab etwa 8 Jahren sind – sie sind interessiert, sie machen sich Gedanken, sie sind kreativ, und sie wollen ernst genommen werden. Seit einigen Jahren können Kinder Recycling nun auch richtig studieren. Umweltschutz und Recycling sind großes  und wichtiges Thema bei der Kinderuni Wien. Kinder sind genau die Richtigen, um mit dem Thema Glasrecycling konfrontiert zu werden und sind darüber hinaus ganz wunderbare Lobbyisten!

Teenager und junge Erwachsene – diskutieren und amüsieren

Ältere Kinder, Teenager und junge Erwachsenen haben freilich vieles im Kopf, und Recycling ist vielleicht nicht das, was diesen jungen Menschen morgens nach dem Aufstehen als erstes in den Sinn kommt. Dennoch interessieren sie sich für die Thematik und haben eine große Bereitschaft zu verantwortungsvollem Handeln, wenn sie auf die richtige Art und Weise angesprochen werden. Die jungen Menschen wollen sich diskursiv mit dem Thema befassen, sie wollen unter Beweis stellen, was sie wissen, was sie können und welches kreative Potential in ihnen steckt. Sie möchten eventuell herausgefordert werden, sie möchten ihre Meinung kundtun und sie möchten sich auch gerne amüsieren. Wenn es gelingt, die Wichtigkeit von Glasrecycling auch mit Spaß oder einer Portion augenzwinkernder Frechheit zu vermitteln, ist man auf einem guten Weg.

Was für die kleinen Bobby Bottle und Malwettbewerbe sind,  ist für die älteren Geschwister eine App, sind die Recycling Heroes, Handygames und Kreativwettbewerbe anderer Art, wo künstlerisch wertvolle Fotos, Collagen, Filme oder gar Kampagnen mit Mittelpunkt stehen. Freche Sprüche, mitunter zweideutig, Informationen auf den Kanälen neuer Medien, Vermittlung von höchstpersönlichem Nutzen, Gewinnspiele und anderes mehr sind jene praktischen Methoden, mit denen man bei dieser Zielgruppe vieles erreichen kann.

Und die Anderen… Hintergrundwissen, Handlungsanleitung und Humor

Auch die Erwachsenen wollen informiert sein. Sie wollen wissen, wie Glasrecycling funktioniert,  warum es wichtig ist und im Idealfall auch unterhalten werden. Wie soll das gehen?

Um möglichst viele Menschen mit Glasrecyclingbotschaften zu erreichen, arbeiten wir insbesondere mit zwei großen Multiplikatorgruppen, den Medien und den vielen Profis in der Abfallberatung. Sie werden von uns über die aktuellen Glassammelergebnisse ebenso informiert wie über die fatalen Folgen von Fehlwürfen. Mittel unserer Wahl sind Presseaussendungen, Pressegespräche und Dialog-Veranstaltungen.

Die Zahl der möglichen Kanäle in Print und Digital ist unendlich. Das von Austria Glas Recycling bespielte Spektrum ist vielfältig:

  • Info-Aufkleber direkt an den Glassammelcontainern
  • Nachhaltigkeitsberichte und Fachbücher zu Glasrecycling
  • Blog für Hintergrundstorys von Expert(inn)en für Expert(inn)en
  • Facebook für knackige Info-Häppchen
  • Streuartikel mit klugen und zugleich witzigen Botschaften (Buttons, praktische Baumwolltaschen und Info-Karten in Flaschenform)

Trotz aller social-media-Bewegungen und Vernetzungsmöglichkeiten in der online-Welt – im persönlichen Kontakt erreicht man am meisten. Vor Ort, z.B. im Gemeindeamt oder bei Recyclinghöfen von kundigen Abfallberater(inne)n informiert zu werden, ist Öffentlichkeitsarbeit im ganz direkten Sinn.

Eine App für alle

Die Art und Weise, wo und wie sich Menschen mit Informationen versorgen, ändert sich laufend. Menschen vernetzen sich immer mehr, sie greifen auf schnelle und moderne Informationskanäle zu. Auch dieser Aspekt muss berücksichtigt werden, wenn man neue PR-Ideen und Projekte entwickelt.

Neue Ideen und Kampagnen, wie etwa die vor kurzem entstandene app „glasartig“  – eine moderne und außergewöhnliche App, die für Jung und Alt gleichermaßen spannend ist, zählt etwa zu den neuesten Informationsangeboten von Austria Glas Recycling, die ebenso relevant sind. Die App bietet Information, lockt mit Gewinnspielen, motiviert zu persönlichen Höchtsleistungen und zu österreichweiten gemeinsamen Rekorden.

So zählt eine App zu jenen Maßnahmen, die zielgruppenübergreifend für eine große Schar an Menschen spannend ist.

Und wie messen wir nun den Erfolg?

Wichtig bei guter PR-Arbeit ist es auch, Resümee zu ziehen. Bei jedem Projekt lernt man dazu und kann auf diesen Erfahrungen beim nächsten Mal aufbauen. Auch langjährige Projekte müssen wachsen, bleiben der Linie zwar treu, werden aber angepasster, moderner oder erweitert.

Feedback von diversen Zielgruppen, Reaktionen, Rückmeldungen, Teilnehmerzahlen an Wettbewerben und Gewinnspielen und vieles mehr gibt Aufschluss darüber, wie erfolgreich, wie richtig, wie genau am Punkt eine gesetzte Aktion war.

Im Falle von Austria Glas Recycling messen wir den Erfolg natürlich auch an den Sammelzahlen. Wird viel gesammelt, wird gut recycelt, wird wenig deponiert? Dann ist die Botschaft angekommen.

Austria Glas Recycling betreibt seit vielen Jahrzehnten glasklare Aufklärungsarbeit. Die laufende, professionelle Kommunikationsarbeit wird gerne angenommen, dies zeigt sich  in einem besonders hohen Niveau bei der österreichischen Altglassammlung. Die Bevölkerung ist informiert und vertraut auf das erprobte System, die lange Tradition und den Weitblick des Unternehmens. Nur mit glaubhafter, ehrlicher und verständlicher Kommunikation ist dies möglich.

Kann man also aufhören mit der Information, wenn ohnehin alles so wunderbar läuft? Natürlich nicht, stetiger Dialog mit allen Zielgruppen ist und bleibt das A&O erfolgreicher Öffentlichkeitsarbeit und dauerhaften Glasrecycling-Erfolges.

Das Besondere daran

Als umweltbewusster Mensch freut es mich besonders, Öffentlichkeitsarbeit für Austria Glas Recycling machen zu können. Jede Idee, die wir gemeinsam umsetzen und die uns erneut zeigt, dass jahrelanges Teamwork Früchte trägt und die Menschen unsere Botschaften und Aktionen rund um Glasrecycling gerne annehmen und weitertragen, ist bereichernd und bestätigt unsere Arbeit.

Über jeden Menschen, den wir zu verantwortungsvollem Handeln in Bezug auf unsere Umwelt bewegen, können wir uns freuen. Jede recycelte Flasche hilft Ressourcen zu schonen und ist ein Erfolg. Als Mutter eines Sohnes ist es mir zusätzlich zur Rolle als PR-Beraterin von Austria Glas Recycling auch ein persönliches Anliegen, dass möglichst viele Menschen die Wichtigkeit von Recycling verstehen und in diesem Sinne handeln, damit die Welt von morgen für unsere Kinder lebenswert bleibt.

Autorin

Karin Steindorfer arbeitet als PR-Consultant in der Agentur kommunikation Public Relations & Publications GmbH in Wien. E-Mail: k.steindorfer@kommunikationpr.at www.kommunikationpr.at

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