SDG 17 – Partnerschaften für erfolgreiches Glasrecycling

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Austria Glas Recycling identifizierte in einem mehrstufigen Verfahren gemeinsam mit Partnerunternehmen, Stakeholdern und WissenschafterInnen 6 glasrecyclingrelevante SDGs (Sustainable Development Goals).

  1. Hochwertige Bildung (SDG 4)
  2. Industrie, Innovation und Infrastruktur (SDG 9)
  3. Nachhaltige Städte und Gemeinden (SDG 11)
  4. Verantwortungsvoller Konsum (SDG 12)
  5. Maßnahmen zum Klimaschutz (SDG 13)
  6. Globale Partnerschafen (SDG 17)

Welche Relevanz SDG 17 für Glasrecycling hat und warum Partnerschaften ein Erfolgsfaktor von Österreichs Glasrecyclingsystem hat, lesen Sie hier.

Partnerschaften für gelungenes Glasrecycling

Partnerschaften – Quelle: UN

Im Netzwerk und mit Partnerschaften für Österreichs Glasrecyclingsystem

Ziel 17.  setzt darauf, Umsetzungsmittel zu stärken und die Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung mit neuem Leben zu erfüllen.

Das letzte der 17 Nachhaltigkeitsziele – Partnerschaften – umfasst als Hauptthemen Finanzierung, Technologie, Kapazitätsaufbau und Handel sowie systemische Fragen. Für das österreichische Glasrecyclingsystem ist vor allem das Ziel 17.16 wichtig, bei dem es um Partnerschaften für nachhaltige Entwicklung geht, die durch Multi-Akteurs-Partnerschaften zur Mobilisierung und zum Austausch von Wissen, Fachkenntnissen, Technologie und finanziellen Ressourcen ergänzt wird, um die Erreichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung in allen Ländern und insbesondere in Ländern des globalen Südens zu unterstützen.

Glasrecycling ist seit jeher Team-Work. Seit vielen Jahren pflegt Austria Glas Recycling einen regelmäßigen und vielfältigen Stakeholder-Dialog. Im Folgenden werden einige Maßnahmen beispielhaft vorgestellt.

Partnerschaften für erfolgreiches Glasrecycling

  • Der Erfolg des österreichischen Glasrecyclingsystems basiert neben vielen bereits erwähnten Faktoren auf der gelingenden Zusammenarbeit aller Stakeholder. Allenfalls divergierender Interessen zum Trotz eint sie ein Ziel: Glasverpackungen in den Produktionskreislauf zurückführen. Zur Stärkung der Innovationskraft im System lädt Austria Glas Recycling seit 2004 jährlich zum Stakeholder-Dialog. Zahlreiche Maßnahmen gehen auf Impulse im Rahmen eines Stakeholder-Workshops zurück.
  • Erstmals 2016 und seither mehrmals jährlich lädt Austria Glas Recycling zum „Austria Glas ReCircle“, einem Dialogforum, das VordenkerInnen der Nachhaltigkeit mit Führungskräften aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung zum gemeinsamen Nachdenken über die Realisierung einer zukunftsfähigen Wirtschaftsweise zusammenbringt. Denn unternehmerischer und gesellschaftlicher Mehrwert sind kein Widerspruch. Impulsgeber bei dieser Veranstaltungsreihe waren bisher (Stand Februar 2018):
    • Marietta von Bieberstein Koch-Weser, Gründerin von Earth 3000, leitende Mitarbeiterin u.a. von Weltbank und The World Conservation Union, zum Thema „Globale Klimaziele – Erfolge, Herausforderungen, Lösungen“
    • Anders Wijkman, Co-Präsident des Club of Rome und Vorsitzender der Climate-KIC der EU zum Thema „Wie Kreislaufwirtschaft Realität wird“
    • Markus Hengstschläger, Genetiker, Universitätsprofessor zum Thema „Innovation heute schafft Nachhaltigkeit morgen“
    • David Bosshart, CEO des Gottlieb Duttweiler Instituts für Wissenschaft und Gesellschaft zum Thema „Weniger ist mehr – Wohlstand ohne BIP-Wachstum?“
    • Jakob von Uexküll, Initiator des alternativen Nobelpreises (Right Livelihood Award) zum Thema „Die Wege aus der Krise – Zukunft ermöglichen“
    • Martin Faulstich, Vorsitzender des Sachverständigenrates für Umweltfragen der deutschen Bundesregierung zum Thema „Die Zukunft der Industriegesellschaft“
    • BM Andrä Rupprechter, Österreichischer Bundesminister zur Buchpräsentation „CIRCULAR THINKING – Kluge Köpfe über Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft“
    • Konrad Paul Liessmann, Philosoph, Universitätsprofessor zum Thema „Das Phantom der Nachhaltigkeit. Über zyklisches Denken in einer wachstumsorientierten Wegwerfgesellschaft“
    • Christian Dorninger (in Vertretung von BM Gabriele Heinisch-Hosek), zum Thema „Bildung – Werte – Strukturwandel und die Rolle von Umweltbildung im Kindesalter“
    • Ernst Ulrich von Weizsäcker, Ko-Präsident des Club of Rome, Mitglied der europäischen Akademie der Wissenschaften sowie der World Academy of Art and Science sowie Ko-Vorsitzender des International Panel on Sustainable Resource Management zum Thema „Ehrgeizige Kreislaufwirtschaft“
  • Jüngstes Angebot dialogischer Veranstaltungen sind die „Sustainability Future Councils“. In diesen halbtägigen Veranstaltungen sind Expertinnen und Experten zu bestimmten Fachthemen eingeladen, um frei von Alltagszwängen über Herausforderungen, Probleme, Lösungen und mögliche nächste Schritte zu diskutieren. Die vorliegende Glas Agenda 2030 wurde durch drei Future Councils unterstützt.
  • Austria Glas Recycling und ARA sowie die von beiden Unternehmen unterstützte Initiative „Reinwerfen statt Wegwerfen“ sind auf Facebook im ständigen Dialog mit der Bevölkerung. Kritik kann auf diesem Weg sehr unmittelbar in die Unternehmen getragen werden und Verbesserungen initiieren.
  • Die Stölzle Gruppe und die Vetropack Gruppe unterstützen aktiv das Programm „Friends of Glass“ des Europäischen Verbands der Behälterglasindustrie (FEVE). Die FEVE ist eine internationale Non-Profit-Vereinigung, deren zahlreiche Mitglieder aus den Bereichen Behälterglas und Haushaltsglas in 23 europäischen Ländern ansässig sind. Als Repräsentant der Behälterglasindustrie auf internationaler Ebene, fungiert FEVE als Forum zur Lösungsfindung und engagiert sich für den Einsatz von Glasverpackungen und Glasrecycling. Das Projekt „Friends of Glass“ hat es sich zum Ziel gesetzt, die Verwendung von Glas zu fördern und die Vorteile dieses recycelbaren Verpackungsmaterials zu promoten.

Mitgliedschaften

Durch Mitgliedschaft und Mitarbeit in folgenden Institutionen unterstützt Austria Glas Recycling die Realisierung von Kreislaufwirtschaft und nachhaltiger Entwicklung:

  • Austria Recycling – Verein zur Förderung von Recycling und Umweltschutz in ÖsterreichZweck: Verbreitung nachhaltiger Handlungsweisen in allen Bereichen
  • International Solid Waste Association (ISWA Austria)
    Ziel: Erfahrungen der österreichischen Abfallwirtschaft im internationalen Rahmen bestmöglich verfügbar machen
  • Österreichische Gesellschaft für Umwelt- und Technik (ÖGUT)
    Aufgabe: relevante Visionen auf die Erde zu holen, nutzbar zu machen, in die Zukunft zu tragen
  • Österreichischer Wasser- und Abfallwirtschaftsverband (ÖWAV)
    Zweck: Erreichung der nachhaltigen Ziele der Wasser-, Abwasser- und Abfallwirtschaft in Österreich
  • respACT – Austrian business council for sustainable development
    Zweck: Die Erreichung der Triple-Bottom-Line mit den Kräften der Wirtschaft und in Zusammenarbeit mit den gesellschaftlichen Anspruchsgruppen
  • WKO – Nachhaltigkeitsagenda für Getränkeverpackungen
    Ziel: Umweltbilanz von Getränkeverpackungen optimieren
  • klimaaktiv
    Zweck: CO2-Einsparungen
  • Climate Austria: CO2-Kompensationspartner
    Ziel: Kompensation von CO2-Emissionen, die im Unternehmen anfallen
  • CEC4Europe – Circular Economy Coalition for Europe
    Ziel: Unterstützung einer evidenzbasierten Recyclingstrategie

Gemeinschaftliche Weiterentwicklung des erfolgreichen Glasrecyclingsystems in Österreich

Vertrauen, Transparenz, Fairness und Wertschätzung sind die zentralen Werte, weshalb wir seit 40 Jahren erfolgreich in unsere Partnerschaften zum Nutzen von Kommunen, Konsumentinnen und Konsumenten und Unternehmen investieren. Partnerschaften, um den Austausch von Wissen, Erkenntnissen, Erfahrungen und Technologien voranzutreiben, werden als wesentlicher Baustein und Schlüssel für eine nachhaltige Entwicklung gesehen. Austria Glas Recycling hat de jure keinen Auftrag zur internationalen Zusammenarbeit sowie zur Anbahnung und den Betrieb von Entwicklungskooperationen. Doch in einer vernetzten und komplexen Welt ist die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele nur gemeinsam und partnerschaftlich möglich.

Das Österreichische Glasrecyclingsystem kann als europäisches Vorbild auch auf globaler Ebene wirken. Dazu braucht es, neue Allianzen, Partnerschaften und Verbindungen einzugehen, die den Recycling-, Kreislauf- und Mehrwertgedanken breiter und tiefer in die Welt tragen helfen. Austria Glas Recycling stellt heute schon eine zentrale Anlaufstelle für verschiedenste Stakeholder im Glasrecyclingsystem dar und gedenkt diese Position auch weiter auszubauen. Damit auch in Zukunft weitere Kontakte geknüpft, voneinander gelernt und gemeinsam mehr vorangebracht werden kann, hat sich Austria Glas Recycling zum Ziel gesetzt, gezielt nationale und internationale Partnerschaften einzugehen.

Nachhaltiges Glasrecycling braucht ein breites und vielfältiges Netzwerk.

Deshalb laden wir alle sehr herzlich ein, die mit uns an dieser Herausforderung und an der Realisierung der Nachhaltigen Entwicklungsziele mitwirken wollen. Kontaktieren Sie uns!

Quellen und links

Die Austria Glas Agenda 2030 als pdf.

Die Austria Glas Agenda 2030 als Druckwerk bestellen.

Future in Glass – Agenda 2030 für Österreichs Glasrecyclingsystem – Blogbeitrag auf ww.glasrecycling.at

United Nations

Resolution der Generalversammlung der Vereinten Nationen: Transformation unserer Welt: die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung

AutorInnen

Der Beitrag ist – etwas gekürzt – Kapitel 3.6 der Austria Glas Agenda 2030: Nachhaltige Entwicklungsziele für das österreichische Glasrecyclingsystem – Best in Glass. Federführende AutorInnen waren Monika Piber von Austria Glas Recycling und Dr. Alfred Strigl von Plenum GmbH.

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