Future in Glass – Agenda 2030 für Österreichs Glasrecyclingsystem

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Die Entwicklung unseres Wirtschaftssystems zu einer weitestgehenden Kreislaufwirtschaft gilt als unabdingbar, um Wohlstand für die Bewohnerinnen und Bewohner des blauen Planeten zu ermöglichen. Die Staaten der EU, die EU als Staatengemeinschaft selbst und auch aufstrebende Wirtschaftsmächte wie China, Brasilien, Indien erkennen die Notwendigkeit und das Potenzial von Circular Economy und deren Beitrag zur Erreichung der Sustainable Development Goals bzw. nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (SDGs). Glasrecycling ist einer von vielen Bausteinen dazu.

Agenda 2030 für Österreichs Glasrecyclingsystem - SDGs

Österreichs Glasrecyclingsystem ist dank seiner 40-jährigen Erfahrungen Vorbild und role model sowohl für Glasrecycling in anderen Staaten als auch für das Schließen von Stoffkreisläufen allgemein. Welche Faktoren einen effektiven und effizienten Materialkreislauf bedingen, legte Austria Glas Recycling 2014 im Grünbuch ‚Best in Glass‘ vor. Im Oktober veröffentlichte sie die ‘Austria Glas Agenda 2030, Nachhaltige Entwicklungsziele für das österreichische Glasrecyclingsystem’, kurz FUTURE IN GLASS.

Austria Glas Agenda 2030

Was kann Circular Economy, was kann Glasrecycling zur Erreichung der SDGs konkret beitragen? In einem mehrstufigen Analyseprozess mit Partnern, Fachleuten und Stakeholdern kristallisierten sich aus den 17 SDGs sechs nachhaltige Entwicklungsziele als besonders relevant heraus. Diesen soll in den kommenden Jahren Weiterlesen

Nachhaltigkeit im Alltag zwischen Ideologie, Aktionismus und Wissenschaft

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Renate Hübner - forscht zu Nachhaltigkeit

Ein Konsument (K), ein Bürger (B) und eine Nachhaltigkeitsforscherin (N) erreichen die Almhütte, stellen die großen Rucksäcke ab und lassen sich an einem der Holztische nieder. Nachdem sie in großen Zügen Wasser getrunken haben, nehmen sie ihr Gespräch wieder auf.

K:    Ja, hier hat man eine wunderbare Aussicht auf den See und die Berggipel. Eigentlich müsste man gar nichts ändern, sondern sich bemühen, das zu erhalten.
B:    Naja, die Unwetter heuer waren schon ungewöhnlich heftig, finde ich. Aber nochmals: Was machen Sie genau als Nachhaltigkeitsforscherin?
N:    Das ist einfach zu erklären – als Forscherin stelle ich Fragen, deren Beantwortung mich und/oder die Gesellschaft interessieren könnten oder sollten. Und der Fokus „Nachhaltigkeit“ beschreibt die Denkrichtung, in welcher die Fragen entstehen.
B: Nachhaltigkeit als Denkrichtung? Wie ist das zu verstehen?
K:   Nachhaltigkeit hab ich schon oft gehört oder gelesen. Alles ist ja inzwischen nachhaltig, vom Duschgel bis zum Beton und den Finanzanlagen, nun halt auch Denkrichtungen. Ich kann das schon gar nicht mehr hören.
N:   Ja, das versteh ich. Und es ist für Nachhaltigkeitsforscher gar nicht leicht, das hinter dem Begriff stehende Konzept zu erklären. Nachhaltigkeit ist zu einem Schlagwort geworden, das positiv besetzt ist und von diesem Image möchte einfach jeder profitieren. Das ist gut und schlecht zugleich. Gut, weil der Begriff sich eben sehr rasch verbreitet hat und schlecht, weil er so inflationär verwendet wird, dass er für viele halt ziemlich inhaltsleer wirkt. Dabei steckt in ihm was Visionäres.
K:   Visionen sind was Schönes, aber die hat man als junger Mensch. Irgendwann landet man im Alltag zwischen Job, Haushalt und vielleicht auch Familie und muss funktionieren. Visionen stören da eher, vernünftiger ist, man fügt sich, passt sich an.
B:   Ist das wirklich vernünftiger? Zunehmend mehr Menschen haben das Gefühl, dass vieles nicht mehr passt. Mir scheint, es gibt so ein diffuses Unbehagen in der Gesellschaft, dass „zu funktionieren“ auf Dauer nicht gut tut und nicht gut ist – auch wenn sich viele bemühen, alles richtig zu machen. Burn-out und andere Zivilisationserkrankungen steigen, die Menschen ernähren sich ungesund, bewegen sich immer weniger und werden immer dicker und haben immer mehr Stress irgendwie. Und die negativen Auswirkungen auf Gesundheitssystem und Umwelt sind auch schon erkennbar. Am Klimawandel wird schon was dran sein und dass wir in den Industrieländern viel mehr Ressourcen verbrauchen als fair und gerecht wäre, ist auch nicht ganz neu. Das muss Spannungen, auch global, erzeugen. Irgendwie muss sich was ändern. Irgendwie wollen, glaub ich, immer mehr Menschen vieles anders machen, aber wissen nicht wie und was. Vielleicht liegt‘s daran, dass einfach Visionen fehlen.
K:   Das kann schon sein, aber was hab ich von Visionen? Ich bin schon froh, wenn ich halbwegs gut über die Runden komme. Ich bemühe mich eh, mich fit zu halten, weniger Fleisch zu essen, Energie zu sparen, fair trade und biologische Lebensmittel zu kaufen, Abfälle zu trennen usf. Ich kann jetzt nicht mein ganzes Leben ändern. Weiterlesen

Ein Brief an meine Zukunft

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Ich bin eine 20-jährige Frau und lebe in der lebenswertesten Stadt der Welt. Nur durch meine Geburt habe ich dieses Privileg erhalten. Und ich schätze es jeden Tag. Im Jahr 2030 werde ich vermutlich immer noch in Wien leben, zusammen mit meinem Mann und meinem ersten Kind. Ich wünsche mir, dass ich meinem Kind dieselbe Lebensqualität bieten kann, die ich erfahren darf. Dass uns das österreichische Sozialsystem weiterhin auffängt, wenn es uns nicht gut geht und Weiterlesen

Warum ich nicht privilegiert sein will

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Ich bin ein 16jähriges, weißes Mädchen und lebe in einem der sichersten Länder weltweit und in einer Stadt, die als die zweitlebenswerteste des Globus gilt. Österreich setzt sich stark für Klimaschutz ein, ist einer der Gründerstaaten der OECD und gesellschaftlich gibt es verschwindend wenige Diskriminierungen und die Menschenrechte stehen in der Verfassung. Alles schön und gut, jedoch heißt das nicht, dass wir ein geschlossener Organismus sind, nein, wir exportieren und importieren und sind ein Teil der Weltwirtschaft und der Erde.

Mein Leben ist eines der perfektesten und privilegiertesten, die man sich ausmalen kann. Ich genieße Schulbildung, habe jeden Tag Essen auf meinem Teller und Weiterlesen

Nachhaltig Wein trinken aus der Steiermarkflasche

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Ich erwarb undercover im Klein-Supermarkt bei mir ums Eck, im zwanzigsten Wiener Gemeindebezirk, eine Flasche steirischen Welschriesling. Vordergründiges Ergebnis meiner Recherche: Bekömmlicher Flascheninhalt, mit fein fruchtiger Note und von zarter Säure. Aber es ging mir nicht um den Inhalt, sondern um die Verpackung: Die elegante, schlanke Flasche mit Schraubverschluss und einem im Glas aufgeprägten Panther – dem steirischen Wappentier – heißt ALLWEG-Steiermarkflasche und ist zu einem gemeinsamen Gütesiegel für Weiterlesen

Weit mehr Wege als Mehrweg: Die Nachhaltigkeitsagenda für Getränkeverpackungen

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In Sachen Nachhaltigkeit kann Österreichs Getränkewirtschaft eine durchwegs beeindruckende Bilanz aufweisen: 2008 wurde mit der Nachhaltigkeitsagenda für Getränkeverpackungen eine freiwillige Vereinbarung getroffen, die Treibhausgasemissionen der Getränkeverpackungen bis 2017 im Vergleich zu den 370.000 Tonnen CO2-Äquivalente im Jahr 2007 um mindestens 10 Prozent zu reduzieren. Und die bisherigen Resultate legen nahe, dass dieses Ziel übererfüllt wird.

Dabei hat man in Österreich danach getrachtet einen pragmatischeren und längerfristig wirksamen Weg einzuschlagen und sich nicht auf die vordergründige Lösung einer Mehrweg-Verpflichtung wie in Deutschland zu verlassen: Die Einsparmaßnahmen sollten den gesamten Lebenszyklus der Getränkeverpackungen umfassen – von der Herstellung bis zur (Wieder-)Verwertung. Zu den inzwischen über 1.000 Mitgliedern der Nachhaltigkeitsagenda gehören neben den Herstellern von Getränkeverpackungen praktisch alle Weiterlesen

Nachhaltigkeit weiterdenken – Ein Studierendenteam stellte sich der Herausforderung

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Häufig hört oder liest man manche Begriffe so oft, dass man das Gefühl verspürt, zu wissen, was sie bedeuten, ohne nachgeforscht zu haben. Sie nehmen so viel Platz in den Gesprächen anderer oder in den Medien ein, dass sie selbstverständlich werden und eine Auseinandersetzung mit ihnen überflüssig erscheint. Nachhaltigkeit bzw. nachhaltige Entwicklung mag ein solcher Begriff sein – kaum greifbar, aber sehr präsent. Wir sind ein Team aus fünf Studierenden unterschiedlicher Hochschulen, das sich zum Ziel gesetzt hatte, die Konfrontation mit diesem Konzept zu suchen. Dabei haben uns weder Vermutungen noch schwache Umsetzungsmaßnahmen interessiert, sondern konkrete Lösungen für reale Herausforderungen.

Sustainabilty Challenge

Im Rahmen der interuniversitären Ringlehrveranstaltung „Sustainability Challenge“, betreut vom Regional Centre of Expertise on Education for Sustainable Development (RCE) Vienna, haben wir zusammen mit Austria Glas Recycling als Praxispartner an einem 2-semestrigen Projekt gearbeitet. Diese Form der gemeinsamen Lösungskonzeptionierung wird als „Service Learning“ bezeichnet. Das Grundkonzept besteht darin, die Theorie aus interdisziplinären Lehrveranstaltungsblöcken Weiterlesen

Forschungsteam (unter-)sucht nachhaltige und zugleich wettbewerbsfähige Lösungen für verantwortungsvolle Unternehmensführung in KMU

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team CR4SME

Das Forschungsprojekt ‚Corporate Responsibility für Klein- und Mittelbetriebe‘

In den vergangenen Jahren hat global sowohl in der Wirtschaft als auch in der Wissenschaft die Auseinandersetzung mit nachhaltig orientiertem Wirtschaften stattgefunden. Verantwortungsvolle Unternehmen – Konzerne wie zunehmend auch KMU – erkennen die Notwendigkeit, soziale und umweltrelevante Aspekte des Geschäftsprozesses zu managen.

Das von der Stadt Wien geförderte Kompetenzteam für nachhaltiges, strategisches und chancenorientiertes Management von KMU (CR4SME) adressiert seit Anfang 2016 diese Herausforderung speziell für Klein- und Mittelbetriebe. Gemeinsam mit internationalen Partnern aus Forschung und Wirtschaft betreibt das Team primär anwendungsorientierte Forschung zur Entwicklung und Implementierung von Instrumenten zum Management der sozialen Verantwortung von Unternehmen.

Zielsetzungen

  • Unterstützung nachhaltiger und zugleich kompetitiver Lösungen für ethisch verantwortungsvolle Unternehmensführung mit Fokus auf die speziellen Bedürfnisse von KMU
  • Weiterentwicklung von Geschäftsmodellen unter Berücksichtigung der ökonomischen, gesellschaftlichen und ökologischen Verantwortung von Unternehmen
  • Ansprechpartner der Privatwirtschaft und der Wirtschaftspolitik zu Themen im Bereich Nachhaltigkeitsmanagement
  • Optimierung des Ausbildungsprogramms der FHWien der WKW im Bereich Wirtschaftsethik

Die aktuelle Studie

In den ersten Projektmonaten wurde ein Modell zur Diagnose von verantwortungsvoller Unternehmensführung in KMU entwickelt – basierend auf neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und gemeinsam mit ExpertInnen in diesem Bereich. Das Forschungsinteresse gilt Weiterlesen

Austria Recyclings Know-How in Asien nachhaltig wirksam

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Was haben Nepal und Bhutan gemeinsam?

  • Lage in Südasien
  • landschaftlich geprägt vom Himalaya-Gebirge
  • Teilnehmer am Projekt SEID, bei dem Austria Recycling Projektpartner war

SEID steht für Sustainable and Efficient Industrial Development. Ziel dieses Projektes war es, Tourismusbetriebe und Agrarunternehmen auf ihrem Weg der nachhaltigen Geschäftsentwicklung zu unterstützen und zu beweisen, dass Ressourceneffizienz letztendlich den Profit erhöht.

Vorweggenommen: Dies ist gelungen.

Austria Recycling war als Projektpartner Teil des internationalen Teams. Wie wir vorgegangen sind und welche Herausforderungen zu meistern waren, erzählen wir Ihnen im Folgenden.

Projekt SEID – Wie sind wir vorgegangen?

Im ersten Schritt wurden in den Zielländern junge Leute mit technischer Ausbildung eingeladen, Weiterlesen

Globale Implikationen von Nachhaltigkeit und Corporate Social Responsibility – unternehmerische Nachhaltigkeit

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Im Grünbuch ‘Nachhaltiges Recycling von Glasverpackungen in Österreich. Best in Glass.’ werden die Implikationen von Nachhaltigkeit – also die ökologischen, ökonomischen und sozialen Aspekte der menschlichen Aktivitäten – global betrachtet und unternehmerische Handlungsmöglichkeiten vorgestellt.
Der folgende Text greift den Aspekt Wirtschaft heraus. (Er entspricht dem Kapitel 2.3 im Grünbuch, S 29ff).

3-SäulenNH_ökonomie

3 Wirtschaft

3.1 Einleitung

Das Wirtschaftssystem allgemein und Unternehmen im Speziellen spielen eine Schlüsselrolle bei der Anpassung unserer Gesellschaft an eine umweltverträgliche, ökologisch zukunftsfähige Ressourcennutzung sowie eine sozial gerechte, weltweit faire und humane nachhaltige Entwicklung.
Auf der betrieblichen Ebene veranschaulicht das CSR-Reifegradmodell nach Andreas Schneider (2012) die unterschiedlich hohen Ausprägungen des Engagements von Unternehmen und ihrem Nutzen und den Mehrwert für Umwelt und Gesellschaft:

Reifegradmodell CSR

CSR 0.0: Spiegelt gesellschaftliches Engagement von Unternehmen wider, das weder bewusst gelebt noch gemanagt wird, sondern durch die (passive) Einhaltung der gesetzlichen Normen und Regelungen quasi per se oder wenn, dann zufällig entsteht. Weiterlesen

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