Wie nachhaltig sind Glasverpackungen?

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VetropackLeichtglasNR09querNachhaltigkeit – ein Begriff, der eine Vielzahl von Publikationen und Diskussionen beherrscht und die unterschiedlichsten unternehmerischen Konzepte hervorbringt. Bei Verpackungsmaterialien dreht sich derzeit die Diskussion hauptsächlich um den Carbon Footprint, aber reicht er als alleiniger Maßstab aus, um die Nachhaltigkeit eines Verpackungsmaterials zu bewerten?

Kriterien nachhaltiger Entwicklung

Entscheidend für das Konzept der nachhaltigen Entwicklung ist eine kontinuierliche Verbesserung, und dazu eine Vision davon, wohin diese führen soll. In der Welt der Glasverpackungen bedeuten solche Verbesserungen eine Verringerung des Materialeinsatzes und des Energieverbrauchs bei der Herstellung und bei dem Transport der Verpackung und damit eine Verringerung des Carbon Footprint.

Einflussfaktoren für den Carbon Footprint

Der Carbon Footprint einer Glasverpackung wird maßgeblich von der für die Produktion benötigten Energie, der Menge des eingesetzten Altglases im Produktionsprozess, der Transportdistanz zum Abfüller und der Wahl des Transportmittels beeinflusst. Für die Glasproduktion sind hohe Temperaturen von rund 1600 Grad Celsius erforderlich. Die Herausforderungen liegen dabei einerseits in der Erhöhung der Energieeffizienz des Schmelzvorgangs. Indem das Rohstoffgemenge vorgewärmt wird, wird weniger Energie für die Schmelze selbst benötigt, gleichzeitig wird aber auch die Abwärme der Schmelzwannen besser genutzt. Die Abwärme kann weiters als Fernwärmequelle für umliegende Gebäude dienen. Pilotprojekte garantieren die kontinuierliche Verbesserung dieser Techniken.
Die  Wiederverwendung von Altglas hat die Umweltbilanz der Glasproduktion innerhalb weniger Jahrzehnte massiv verbessert. Dank Glasrecycling und damit verbundenen technologischen Innovationen konnte die Verpackungsglas-Industrie die Abluftemissionen und die Abfallbelastung drastisch senken. Dies hängt mit der einfachen Tatsache zusammen, dass sich Altglas mit weniger Energie einschmelzen lässt als die Primärrohstoffe (Quarzsand, Kalk Soda, Dolomit). Der Zusammenhang von Altglasanteil und Energieeinsparung ist dabei linear: Pro 10 % Altglas werden 3 Prozent Energie und 7 Prozent CO2 Emissionen eingespart.

Leichtglastechnologie und kurze Transportwege

Leichtglastechnologien, die die Produktion von sehr dünnwandigen Glasbehältern bei gleicher Stabilität und Festigkeit ermöglichen, tragen ebenfalls zu einer deutlichen Reduktion des Carbon Footprint einer Glasverpackung bei. Beispiele zeigen, dass die Einsparungen durch Gewichtsreduktionen bei gängigen Glasflaschen zwischen 12 und 17 Prozent der CO2 Emissionen liegen können. Glasflaschen aus Österreich sparen im Vergleich zu solchen aus angrenzenden Nachbarländern durch die geringen Transportwege zu den Abfüllern nochmals ca. 15 % CO2 Emissionen ein. Kann der Glasbehälter dann auch noch mit der Bahn zum Kunden gebracht werden verbessert sich der Carbon Footprint noch einmal.

US-Lebensmittelaufsicht stuft Glas als GRAS ein (generally regarded as safe)

Glas ist in vielerlei Hinsicht ein nachhaltiges Verpackungsmaterial. Denn neben der aktuellen Diskussion rund um den Carbon Footprint darf der Aspekt Gesundheit bei der Beurteilung der Nachhaltigkeit einer Verpackung nicht außer Acht gelassen werden. In diesem Punkt kann Glas aufgrund seiner Inertheit wirklich glänzen. Glas geht keine Verbindung mit dem Inhalt ein, lässt keinerlei Migration zu und schützt das Füllgut damit wie ein Tresor. Glas wird daher auch als einziges Verpackungsmaterial von der US-Lebenmittelaufsicht FDA als „grundsätzlich sicher“ (Generally Regarded As Safe – GRAS) eingestuft. Dies ist deswegen möglich, weil bei Glas die chemische Zusammensetzung exakt festgestellt werden kann.

Gastautorin

Mag. Andrea Petrasch, Marketingfachfrau bei Vetropack Austria
Vetropack Austria: www.vetropack.at

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