Towards a Circular Economy

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Am 2. Juli hat Janez Potočnik – der EU Umwelt-Kommissar – das Kreislaufwirtschaftspaket der Kommission vorgestellt. Unter Circular Economy versteht die Kommission unter anderem:

  •  Erhöhung der Lebensdauer von Produkten
  •  Reduktion von Materialen, die gefährlich oder schlecht zu recyceln sind
  •  Schaffung von Märkten für recyceltes Material
  •  Produktdesigns, die eine einfachere Reparatur ermöglichen
  •  Incentivierung einer Abfallreduktion durch den Konsumenten
  •  Forcierung von Mieten und Leasing anstelle von Kaufen und Besitzen

In seinem Paket fordert er eine Erhöhung der Recyclingquoten von Abfall von derzeit europaweiten 42% auf 50% bis 2020 bzw. 70% bis 2030. Bis 2030 sollen 70% der Siedlungsabfälle, 80% der Verpackungsabfälle (bei Glas und Papier sind es sogar 90%) recycelt werden; außerdem soll es ab 2025 ein Verbot der Deponierung von recycelbarem Abfall (Papier, Glas, Metall und Kunststoff) geben. Heute wird in der EU noch immer recyclingfähiges Material im Wert von 3 Mrd. Euro entweder verbrannt oder deponiert.

Funktionierende Kreislaufwirtschaft ist Wettbewerbsfaktor für Volkswirtschaften

Aufgrund dieser sehr ambitionierten Zielvorgaben wird es in Zukunft noch viel wichtiger sein, Rohstoff-Kreisläufe zu schließen. Ein perfekt funktionierendes System zur Gewinnung von Sekundärrohstoffen ist ein zunehmender Wettbewerbsfaktor für jede Volkswirtschaft. Laut einer Studie der EU-Kommission (Screening of Waste Management Performance of EU member states) ist Österreich führend bei der Abfallbewirtschaftung: in 16 von 18 Kategorien erhielt Österreich die höchste Punktezahl – darunter auch in der Kategorie Material-Recycling.

Ressourcenbedarf steigt, Europa ist Importregion

In den kommenden Jahren kommt es zu einem enormen Anstieg des weltweiten Bedarfs an Nahrungs- und Futtermittel, Kraft- und Rohstoffen und sonstigen Materialien. Die demografischen Megatrends zeigen uns, warum der Bedarf an Ressourcen weltweit weiterhin stark steigen wird.

  • 2030 leben an die 8,3 Mrd. Menschen auf der Welt (heute: ca. 7,2 Mrd. Menschen)
  • Menschen wechseln immer mehr in die Städte: der jährliche Zuwachs beträgt 65 Mio. Einwohner (= 180.000 Menschen pro Tag) , d. h. 2030 werden ca. 2/3 der Menschen in der Stadt leben
  • In den nächsten Jahren kommt es zu einem enormen Anstieg der Mittelschicht: diese wächst von derzeit ca. 2 Mrd. auf 5 Mrd. Menschen
  • Die Menschen werden immer älter: der Weltdurchschnitt des Lebensalters betrug 1990 24 Jahre, ist heute 29 Jahre und wird 2030 bei 34 Jahren liegen

93% aller Rohstoffe werden nach  Europa importiert (davon 70% aus politisch instabilen Regionen). Im 20. Jahrhundert hat sich der Verbrauch fossiler Brennstoffe verzwölffacht. Der Abbau von Bodenschätzen ist in diesem Zeitraum um den Faktor 34 gestiegen. Dieser Trend bleibt auch in Zukunft bestehen.

Zukünftiger Wohlstand braucht nachhaltiges Ressourcenmanagement

Um Wachstum und Wohlstand in Europa und Österreich zu bewahren, müssen wir uns auf die sich verändernden Rahmenbedingungen fokussieren. Ein ganz wesentliches Thema ist nachhaltiges Ressourcenmanagement. Der weltweite Ressourceneinsatz beträgt heute rund 70 Mrd. Tonnen (dies entspricht einer Verdoppelung in den letzten 30 Jahren): bei einem business-as-usual-Szenario für 2050 wird der Verbrauch von 2 Planeten prognostiziert. Deshalb ist es wichtig, dass wir eines von Österreichs wichtigsten Assets  – eines der besten Recyclingsysteme weltweit –  nutzen und darüber nachdenken, inwieweit wir dieses Know-how mit einem langfristigen Wettbewerbsvorteil verbinden können bzw. inwieweit wir dieses Know-how dazu nutzen können, die Themen Nachhaltigkeit und Circular Economy weiter zu entwickeln.

Konsumentinnen und Konsumenten erwarten nachhaltige Produkte

Das passt auch sehr gut zu einer nachhaltigen Wertschöpfungskette der Industrie und des Handels und zu den Ansprüchen der Konsumentinnen und Konsumenten nach nachhaltigen Produkten. Austria Glas Recycling sieht sich hier als starken Partner bei der Umsetzung dieser Ziele und zwar insbesondere für jene Industrie und Partner, die Glas als edlen und gesunden Packstoff verwenden.  Der Packstoff Glas hat Zukunft, denn Glas ist eine einmalige Verpackung, die die Qualität von Lebensmitteln, Getränken, pharmazeutischen Produkten, etc. optimal bewahrt. Technische Perfektion im Design lässt Glasflaschen bei gleichbleibender Qualität schlanker und leichter werden. Der Rohstoffeinsatz wird reduziert. Und vor allem: Glas ist zu 100% wiederverwertbar.

Wir erleben derzeit eine sich dauerhaft verändernde Wirklichkeit, die uns vor große Herausforderungen stellt. Wir von Austria Glas Recycling können und werden das Neue aktiv mitgestalten und somit unseren Beitrag für eine nachhaltige Entwicklung der Circular Economy leisten.

Der Autor

Dr. Harald Hauke ist Geschäftsführer der Austria Glas Recycling. Zuvor war er viele Jahre in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie international tätig.

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