Infrastruktur für Glasrecycling – SDG 9

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hochwertige Infrastruktur für Glasrecycling - SDG 9 Industrie, Innovation, Infrastruktur

Am 1. Jänner 2016 traten die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung, auf die sich die Staaten in Nachfolge auf die Milleniumsziele verständigt haben, in Kraft. Diese Ziele – Sustainable Development Goals, SDGs – gelten für Staaten ebenso wie für Unternehmen und Einzelpersonen. Jede und jeder von uns ist aufgefordert, im unternehmerischen, beruflichen und privaten Wirkungskreis auf dies SDGs hinzuarbeiten. Austria Glas Recycling hat in einem mehrstufigen Analyse- und Bewertungsprozess folgende 6 Ziele als relevant für Österreichs Glasrecyclingsystem definiert.

In loser Serie stellen wir Ihnen vor, wie wir im Rahmen des österreichischen Glasrecyclingsystems auf die einzelnen Ziele hinzuwirken versuchen (Quelle: Nachhaltigkeitsbericht der Austria Glas Recycling 2019: Schritt.Macher für nachhaltiges Glasrecycling.)

hochwertige Infrastruktur für Österreichs Glasrecyclingsystem

Das Ziel 9 verlangt die Förderung des Aufbaus einer widerstandsfähigen und hochwertigen Infrastruktur sowie der breitenwirksamen und nachhaltigen Industriali­sierung und die Unterstützung von Innovationen. Unterziel 9.4 sieht vor, Infrastrukturen zu modernisieren und die Industrien nachzurüsten, um sie nachhaltig zu machen, mit effizienterem Ressourceneinsatz und unter vermehrter Nutzung sauberer und umweltverträglicher Technologien und Industrieprozessen.

Hochwertige Infrastruktur bedeutet für die Glassammlung ein flächendeckendes Sammelsystem, das – unter der Prämisse eines stabilen und wettbewerbsfähigen Lizenztarifes – stets alle Vorgaben erreicht:

  • gesetzliche Ziele (Abfallwirtschaftsgesetz, AWG)
  • Anforderungen der Glasindustrie an Qualität und Quantität des Rohstoffes Altglas
  • Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger
  • Anforderungen der Entsorger
  • Umweltziele
  • Effizienzkriterien

Technologische Innovationen in der Glasproduktion und -sortierung und die passgenaue Infrastruktur werden dazu beitragen, die im Kreislaufwirt­schaftspaket der EU festgesetzten Recyclingquoten zu erzielen.

Optimierung des Sammelsystems

Glasbehälter, Glascontainer, Glastonne, Altglasbehälter – viele Namen, eine Aufgabe: verlässlich für eine möglichst bequeme und effiziente Altglas­sammlung da zu sein. Rund 68.000 Glascontainer warten österreich­weit derzeit auf gebrauchte Glasverpackungen. Fachleute unterscheiden zwischen Hubbehältern und Schüttbehältern.

1. Hubbehälter:

Der Behälter wird mit einem Spezialkran über den Sammel-Lkw gehoben, die Bodenklappe wird durch Kettenzug geöffnet und das Sammelgut wird in den Laderaum des Lkw entleert. Selbstverständlich verfügt der Lkw über zwei Kammern – eine für Weisglas, eine für Buntglas (Zwei-Kammer-Fahrzeug). Der Hubbehälter ist die derzeit modernste Variante des Glas­containers und wird von Austria Glas Recycling für die kommunale Altglas­sammlung präferiert.

Die Entsorgung verläuft effizienter als bei Schüttbehältern, da die Behälter größer sind und für die Erfassung der gleichen Menge Altglas im Lkw der Manövrieraufwand geringer ist. Zudem sind die Einwurföffnungen der Hubbehälter so konzipiert, dass weniger Fehlwürfe (falsche Materialien) zum Altglas geworfen werden können.

Der „König“ der Altglascontainer für die Altglasentsorgung in Stadt und Land ist der Doppelkammerbehälter. Er ist ein lärmgedämmter Hubbehälter mit zwei Kammern – eine für Weißglas, eine für Buntglas. Die Bodenklap­pen sind einzeln und wahlweise zu öffnen. Somit ist nur ein Hebevorgang notwendig. Das bedeutet größere Effizienz bei der Glassammlung und Schonung des Materials von Behälter, Fahrzeug etc. In den Glassammel-Lkw, die für die Entsorgung von konzipiert sind, ist Raum für 25 Tonnen Altglas. Ein Lkw, der für die Ent­sorgung von Schüttbehältern gebaut ist, fasst hingegen nur acht Tonnen.

Altglassammlung: Hubbehälter Entleerung mittels Kran
Doppelkammerbehälter für effiziente und nachhaltige Glassammlung in Stadt und Land
Foto: Swarco

2. Schüttbehälter:

Der Behälter wird am Fahrzeug fixiert, hochgehoben und – ähnlich einer Restmülltonne – durch Kippen in das Zwei-Kammer-Fahrzeug entleert. Als Vorteil von Schüttbehältern wird oft angegeben, dass sie an einer größeren Anzahl an Sammelinseln aufgestellt werden können. Dies sei für die Bevölkerung bequemer. Studien zeigen, dass nicht die Häufig­keit von Sammelinseln und die Nähe eines Altglasbehälters zur Wohnung als praktisch und bequem empfunden wird, sondern die Lage auf den alltäglichen Wegen.

Die geringere Ladekapazität der Lkw, die für die Entleerung von Schüttbe­hältern konzipiert sind, ist ökologisch wie ökonomisch nachteilig.

Optimierung durch Digitalisierung: die App glassfuture

Mit der von Austria Glas Recycling entwickelten App glassfuture wird die Optimierung des Sammelsystems einfacher, rascher und kostengünstiger. Alle Altglassammelstandorte werden digital erfasst („verortet“) und sind für die berechtigten Akteure (Entsorger, Kommune, Austria Glas Recycling) in derselben Datenbank abrufbar. Das macht die Datenaktualisierung ein­facher und verhindert Fehlerquellen wie unterschiedliche Adressangaben und andere Missverständnisse. Alle Partner können sich jederzeit darauf verlassen, dass die Angaben zu Standorten und Altglassammelbehältern korrekt sind. Meldungen über schadhafte Behälter können unmittelbar via App an Austria Glas Recycling gemeldet und Reparatur bzw. Austausch kann zeitnah in die Wege geleitet werden. Das soll gewährleisten, dass stets funktionstüchtige, saubere Altglassammelbehälter im Einsatz sind und die laufende Optimierung der Sammeltouren evidenzbasiert gesteuert werden kann.

Die App glassfuture steht seit Anfang des Jahres 2019 für alle Regional­partner der Austria Glas Recycling zur Verfügung. Die erste Verortung der Standorte ist gut angelaufen. Von den Verwaltungsvereinfachungen dank glassfuture werden sowohl die spezialisierten Fahrer der Glassammel-Lkw als auch die Kolleginnen und Kollegen der Regionalpartner, die den reibungslosen Ablauf der Glassammlung tagtäglich sicherstellen, profitieren.

SDG 9 – Kohärenz mit weiteren Normenwelten

Austria Glas Recycling orientiert sich an folgenden weiteren Normen:

  • Umweltmanagementnorm EMAS
  • CSR-Norm ONR 192500

Die Ausrichtung auf SDG 9, Industrie, Innovation und Infrastruktur, integriert die folgenden EMAS- und CSR-Aspekte

indirekte und bedeutende Umweltaspekte gemäß EMAS:

  • Qualität und Quantität des gesammelten Altglases
  • Emissionen durch Sammlung und Transport

CSR-Aspekten gemäß ONR 192500:

  • Menschenrechte
  • Arbeitspraktiken
  • Konsumentenbelange
  • Einbindung und Entwicklung der Gemeinschaft

Quellen und links

Nachhaltigkeitsbericht der Austria Glas Recycling 2019 – Schritt.Macher für nachhaltiges Glasrecycling

Nachhaltigkeitsmanagement der Austria Glas Recycling im Zeichen der SDGs

SDG 4 hochwertige Bildung

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