Vom Glasrecycling zu den Sustainable Development Goals und zurück

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Welche Rolle kann Glasrecycling zur Erreichung der Sustainable Development Goals SDGs spielen? Und wie spielen die Umweltmanagementnorm EMAS, die CSR-Norm 192500 und die SDGs im Falle von Glasrecycling zusammen?

Die Grafik zeigt es, der Text im Anschluss erklärt es.

Austria Glas Recycling - Sustainable Development Goals

Ökonomischer und ökologischer Nutzen von Glasrecycling

Glasrecycling trägt zum Umwelt- und Klimaschutz bei.

Wenn Materialien, die bereits im Wirtschaftskreislauf sind, so lange wie möglich genutzt werden, sei es durch Wiederverwendung oder Recycling, so müssen Primärrohstoffe in geringerem Ausmaß abgebaut und können Naturlandschaften erhalten bleiben. Stoffe, die
recycelt werden, braucht man nicht zu deponieren. Das schützt Landschaften und Meere. Im Falle von Altglas kommt hinzu, dass das Einschmelzen von Altglas einen erheblich geringeren Energieaufwand benötigt als das Einschmelzen der Primärrohstoffe. Der Ausstoß von Treibhausgasemissionen wird reduziert.

Alle diese einzelnen Auswirkungen – Erhaltung von Naturlandschaften, Schutz von Wäldern und Meeren, Reduktion von Emissionen – ergeben in Summe wertvolle Effekte für den Klimaschutz. Glasrecycling darf daher als Beitrag zum SDG 13, Maßnahmen zum Klimaschutz, verstanden werden. Und es berührt direkt den CSR-Aspekt Umwelt gemäß ONR 192500.

Hohe Einsatzquoten von Altglas stärken die internationale Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Glasindustrie.

Um hohe Recyclingquoten zu erzielen und einen konstanten Beitrag zu Umwelt- und Klimaschutz zu leisten, braucht es hohe Altglasmengen und die richtige Qualität des Altglases. Die Qualitätskriterien werden von den Glaswerken definiert. Nur wenn die Qualität stimmt, kann Altglas zu wirtschaftlich sinnvollen Konditionen als Sekundärrohstoff eingesetzt werden. Ein hohes Maß an Altglaseinsatz im Rohstoffgemenge stärkt die heimische Glasindustrie im globalen Wettbewerb. Auf Österreichs Boden stehen drei Verpackungsglaswerke von internationalem Rang. Sie punkten im umkämpften Weltmarkt mit Spitzenqualität bei Glasverpackungen und Innovationen wie Leichtglasflaschen. Glasrecycling spielt somit beim SDG 9, Industrie, Innovation und Infrastruktur, mit.

Basis für hohe Sammelergebnisse ist eine passgenaue Entsorgungsinfrastruktur in Städten und Gemeinden.

Insbesondere in den stark wachsenden Städten wird es zunehmend herausfordernd, die Altstoffsammelsysteme und die Redistributionslogistik den Anforderungen der Bürger/innen, dem dichten Verkehrsaufkommen und anderen urbanen Gegebenheiten gerecht werden zu lassen. In Städten sind die Sammelergebnisse pro Kopf tendenziell geringer als in ländlichen Regionen. Es muss in Zukunft noch stärkeres Augenmerk darauf gesetzt werden, stadttaugliche Entsorgungsangebote zu entwickeln, die zu den (Konsum-) Gewohnheiten der Städterinnen und Städter passen und hohe Sammelergebnisse ermöglichen. Kleine Kommunen wiederum kämpfen mit der Abwanderung der Menschen und einer Ausdünnung der Versorgungsangebote. Es gilt, bei der laufenden Optimierung der Altglassammlung das richtige Maß an Bequemlichkeit für die Menschen und Wirtschaftlichkeit des Systems zu finden. Der CSR-Aspekt Konsumentenbelange gemäß ONR 192500 und das SDG 11, Nachhaltige Städte und Gemeinden, sind hier angesprochen.

Wer Glas entsorgen will, braucht neben der passenden Infrastruktur das Wissen, worauf es beim Glasentsorgen ankommt.

Seit über 40 Jahren wird in Österreich Glas recycelt. Österreichs System zählt zu den besten Recyclingsystemen weltweit. Dieser Erfolg hat ungezählte Mütter und Väter. Es braucht die Expertinnen und Experten in der Gesetzgebung und Verwaltung, die die passenden Rahmenbedingungen in Verordnungen gießen, es braucht die Spezialistinnen und Spezialisten, die die Infrastruktur bereitstellen und die Logistik managen. Und es braucht die Bürgerinnen und Bürger, die ihre leeren Glasverpackungen regelmäßig zum Glasbehälter bringen. Um all den Beteiligten die Bedeutung eines funktionierenden Glasrecyclingsystems für ein gutes Leben in sauberer Umwelt verständlich zu machen und die richtigen Handlungsweisen zu implementieren, setzen wir auf Bildung und Kommunikation für nachhaltigen Konsum, der letztlich Hand in Hand geht mit nachhaltigen Produktionsmustern und die CSR-Aspekte Konsumentenbelange und Einbindung und Entwicklung der Gemeinschaft berührt. Das österreichische Glasrecyclingsystem macht daher sowohl Ziel 4, Hochwertige Bildung, als auch Ziel 12, Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster, zu seinen Zielen.

Kernfaktoren für ökonomisch und ökologisch erfolgreiches Glasrecycling sind die Quantität und die Qualität des Altglases. Folgerichtig sind diese gemäß Umweltmanagementnorm EMAS als „bedeutende Umweltaspekte“ klassifiziert. Das spiegelt sich in den folgenden beiden Zielen (Globalziele 1 und 2) unseres Leistungsprogramms und der Vielzahl der darauf hinwirkenden Maßnahmen wider:

Globalziel 1

Wir streben an, konstant die optimale Qualität des Altglases zu erzielen, um hohe Einsatzquoten zu wirtschaftlich sinnvollen Konditionen zu ermöglichen.

Globalziel 2

Wir streben an, möglichst 100 % der in Österreich verkauften Glasverpackungen zu sammeln und dem Recycling zuzuführen, denn Glasrecycling ist ein Gewinn für die Menschen, die Wirtschaft und die Umwelt.

Diese Ziele erreichen wir unter anderem durch:

  • Gestaltung und optimale Anpassung der Entsorgungsinfrastruktur für Bürgerinnen und Bürger (kommunale Altglasentsorgung) und Betriebe (betriebliche Altglasentsorgung)
  • Sicherung der Altglasqualität in der gesamten Lieferkette – vom Sammelbehälter bis zum Glaswerk
  • Information, Wissensvermittlung, Bewusstseinsbildung, Motivation für die Glasentsorgung; Schaffung eines Mindsets für den sorgsamen Umgang mit Ressourcen und Vermittlung von Handlungsanleitungen für das regelmäßige Glasentsorgen

Unerwünschte Nebenwirkungen von Glasrecycling

Glasrecycling ist klimapositiv, das heißt, die Emissionen im Zuge der Redistributionslogistik werden durch die mit der Energieeinsparung in den Glaswerken verbundenen Emissionsreduktionen mehr als wettgemacht. Dennoch arbeitet Austria Glas Recycling mit den Partnerunternehmen an der weiteren Ökologisierung von Glasrecycling, um durch die weitere Verminderung von Emissionen noch intensiver zu Umwelt- und Klimaschutz beizutragen. Unsere Programme zur Reduktion unerwünschter Umweltauswirkungen tragen zum SDG 13, Maßnahmen zum Klimaschutz, bei und berühren den CSR-Aspekt Umwelt gemäß ONR 192500.

Gemäß Umweltmanagement EMAS sprechen wir in Zusammenhang mit den unerwünschten Nebenwirkungen von bedeutenden Umweltaspekten. Unseren Anspruch formulierten wir als Globalziel 3 des Leistungsprogramms.

Globalziel 3

Wir arbeiten daran, unerwünschte Nebenwirkungen von Glasrecycling möglichst gering zu halten.
Dieses Ziel erreichen wir unter anderem durch:

  • Green-Logistics-Programme und
  • konsequente Tourenoptimierung – zunehmend unterstützt durch den Einsatz von Digitaltechnologie

Glasrecycling ist Teamwork

Glasrecycling ist ein gelungenes Beispiel dafür, dass Herausforderungen von hoher gesellschaftlicher Relevanz, wie Abfallüberschuss und Rohstoffmangel, gemeinschaftlich zu lösen sind. Unternehmen mit unterschiedlichen Geschäftsinteressen, teilweise auch im Wettbewerb zueinanderstehend, eint das Ziel, die Erfolgsstory von Österreichs Glasrecyclingsystem fortzuschreiben. Glasrecycling ist seit jeher arbeitsteilig organisiert. Koordiniert von Austria Glas Recycling arbeiten die jeweiligen spezialisierten Betriebe und Institutionen in enger Abstimmung zusammen: Entsorger, Vetretern von Kommunen, Abfallberaterinnen, Behälterproduzenten, Glasmacher, Kommunikationsexpertinnen. Zum engen Kreis der Glasrecyclingakteurinnen kommen Netzwerkpartner aus der Wissenschaft, Interessenvertretungen von Industrie und Handel, Konsumentenverbände, nationale und internationale Fachverbände und viele andere mehr.

Transparenz und Dialog sowie faire Betriebs- und Geschäftspraktiken, wie sie die CSR-Norm fordert, sind daher selbstverständlich, andernfalls ginge das Vertrauen verloren und das System würde brüchig. Die Bürgerinnen und Bürger wollen sich zu Recht darauf verlassen, dass Glasrecycling zum Wohle der Gesellschaft funktioniert, andernfalls würden sie sich nicht mehr für Glasrecycling engagieren. Nach CSRNorm 192500 sehen wir da die Handlungsfelder Konsumentenbelange und Menschenrechte. Dem SDG 17, Partnerschaften zur Erreichung der Ziele, kann sich Österreichs Glasrecyclingsystem mit Überzeugung und aus Erfahrung anschließen.

In unserem Leistungsprogramm formulierten wir die Globalziele 4 und 5.

Globalziel 4

Das österreichische Glasrecyclingsystem zählt zu den besten weltweit. Basis für den Erfolg ist das gute Zusammenspiel aller Beteiligten. Der hohe Standard ist unser Richtwert.

Globalziel 5

Wir wollen Achtsamkeit gegenüber Mitmenschen, Mitwelt, Umwelt wachsen lassen und nachhaltig handeln.

Wir erreichen dies unter anderem mittels

  • eines intensiven Stakeholder-Dialogs und
  • der Orientierung an den Normensystemen Sustainable Development Goals (SDGs), ONR-Norm 192500 (CSR-Norm) und EMAS (Umweltmanagementsystem), die uns dabei unterstützen, über den sprichwörtlichen Tellerrand zu blicken und die kontinuierliche Verbesserung aufbauend auf gemeinschaftlicher Erfahrung, evidenzbasierten Daten und Potenzialen zu verstetigen.

Quelle

Der Beitrag ist dem Nachhaltigkeitsbericht 2018 der Austria Glas Recycling entnommen: ‚Saubere Sache in allen Welten‘. Lesen Sie hier den gesamten Bericht: ‚Saubere Sache in allen Welten

Der Sustainability Navigator der Austria Glas Recycling

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